Bildlexikon von Uwe Lüthje
und Dr. Horst Otto Müller
|
Die kardinale Forderung bei Aufnahmen im Fototelier umreißt ein einziger Satz: "Ein wichtiger Punkt ist während der Zeit der Exposition seine VÖLLIGE UNBEWEGLICHKEIT." (Vogel, Hermann W.: Lehrbuch der Photographie, 1878, S. 266). Bewußt ruhiggestellte Hände waren dabei ein ganz
wesentlicher Faktor. Es boten sich mehrere Möglichkeiten an, dies zu
realisieren: - in die Ellenbogen
verschränkte Hände, eine Hand, die teilweise oder ganz in die
Hosen- oder Jackentasche gesteckt wird oder
einen
Zylinder hält, - eine Hand, die sich fest auf ein
Stück Kulisse wie eine Säule oder einen
Stuhl
im Atelier aufstützt (oder ein Unterarm oder ein
Ellenbogen), - eine Faust, die in die
Hüfte gesteckt wird, und, optisch meist wenig überzeugend, - ein
ganzer Arm, der
hinter dem Körper versteckt wird. Es ist verständlich, daß diese Pose im Fotoatelier, auch wenn sie durch die Haltung Napoleons, eine Hand durch die etwas geöffnete Weste bzw. den Mantel zu stecken, bekannt und benannt wurde, immer dann als Option in Frage kam, wenn eine Person erkennbar aufgeregt erschien oder nicht wußte, wohin mit den Händen. Es finden sich Carte de Visite-Beispiele aus allen Altersgruppen. |
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
|
![]() |
![]() |
|
![]() |
||
![]() |
![]() |
|
| Auf Carte de Visite in Napoleonhaltung abgebildete Damen sind sehr selten, weil der damals vorherrschende Kleidungsstil meist keine entsprechenden Möglichkeiten dazu bot. | ||
|
|
|
|
|
|
|
|